Epochenübersicht

Biedermeier 1815- 1848

Die Epoche des Biedermeier entdeckte nach der kühlen Strenge des Klassizsimus die Natur. 

Gegensätzliche, freie Formen beleben die Entwürfe der Zeit und eine weite Verbreitung erreichten vor allem  der Freundschafts- und Andenkenschmuck.

Nach dem napoleonischen Krieg 1815 waren Edelmetalle knapp, daher wurden mit großer Kunstfertigkeit auch Materialien wie Tombak, Horn, Haar oder Koralle eingesetzt.

Die Goldschmiede entwickelten Schmuckstücke mit sogenanntem Schaumgold. Beim Schaumgold konnten Goldschmiede Material sparen, indem Sie Broschen, Colliers und Armreife aus dünnem Goldblech trieben und anschließend mit Gips oder Harz füllten, um den Stücken die nötige Stabilität und Gewicht zu geben. 

In die Kulturgeschichte ist die Zeit des Biedermeiers zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der bürgerlichen Revolution 1848 einzuordnen.

Als Gegenbewegung zum Sieg über Napoleon war in den selbstständigen Ländern ein neues Interesse an der eigenen Geschichte und den heimischen Traditionen entstanden. Auch im Schmuck lässt sich dies beobachten.

Der strenge vorherrschende Klassizismus lockert sich und die heimische Natur,  wie Eichenlaub oder Rosen wird in die Gestaltung mit einbezogen und nachgebildet. 

Ebenfalls Materialien aus der Heimat werden bevorzugt  eingesetzt, wie beispielweise Böhmischer Granat als bevorzugter Stein des Bürgertums  in Österreich und anderen deutschsprachigen Ländern.

Auch in Italien erfreut sich der Korallenschmuck nie zuvor dagewesener Beliebtheit. In Großbritannien lässt sich beispielsweise eine Mode mit Türkissteinen aus den eigenen Kolonien erkennen.

Man zieht sich zurück in die private Sphäre, die unmittelbare Umgebung steht im Mittelpunkt des Biedermeiers.

 

Historismus 1840-1890

In den Jahren vor 1850 gab es einen dominierenden Stil im Kunstgewerbe, dessen Gestaltung und Formen sich nur langsam wandelten.

In den danach folgenden Jahren bis hin zur Jahrhundertwende um 1900 häufte sich der Wechsel der Moden schlagartig.

Um neue Entwürfe zu liefern, wurde jede frühere Epoche der Kunstgeschichte als Vorbild herangezogen.

Somit entstanden neue Kunstwerke mit Stilelementen von der Antike bis hin zum Rokoko.

Einen nie zuvor gesehen Wandel erlebten die Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Wirtschaft und Wissenschaft beschleunigte sich enorm schnell durch neue Entdeckungen, Verkehrs- und Kommunikationsmittel und erschütterten die gewohnten Gewissheiten über den Lauf der Welt.

Der Blick zurück in die vergangenen Jahre bedeutete Sicherheit. Zusätzlich erhöhten die Industrialisierung, die Eisenbahn und der Telegraf die Geschwindigkeit.

Bereits in der Epoche des Biedemeier waren erste Schmuckstücke in etwaige mittelalterlichen Formen entstanden, begleitet von der Wiederentdeckung der Gotik.

Als Ausdruck eines an den italienischen Stadtrepubliken orientierten Bürgerstolzes folgten Juwelen in Formen der Neorenaissance.

Zur Folge löste  dies eine Massenproduktion von Renaissanceformen  aus.

In Italien schufen Goldschmiede Schmuckstücke mit neu-etruskischen Formen, beispielsweise bei antiken Gemmen oder Ohrringen.  

Auch Schmuck mit Barock- und Rokoko Elementen führten schnell zum Verkaufserfolg. 

Sie ließen die höfische Pracht des zurückliegenden 18. Jahrhunderts erneut aufleben.

Zum Ende des Jahrhunderts folgte zuletzt auch Schmuck in den Formen des Barock und des Rokoko, welche die höfische Pracht des zurückliegenden 18. Jahrhunderts wiederaufleben ließen. 

Der Historismus bietet eine reichliche Vielfalt an Formen und Details und ist die wohl geschichtsbegeisterte Epoche zwischen Tradition und Moderne.

 

Viktorianisches Zeitalter 1837-1901

Der Viktorianische Stil ist die zusammenfassende Bezeichnung für die historisierenden Stiltendenzen während der Regierungszeit der englischen Königin Victoria von 1837-1901 und ist vergleichbar mit dem deutschen Historismus bzw. dem Gründerstil.

Königin Viktoria von England- Namensgeberin der Stilrichtung, regierte über 60 Jahre das Land und prägte maßgeblich eine ganze Epoche.

In dieser Zeit fällt auch der wirtschaftlicher Aufstieg Großbritanniens zur führenden Wirtschafts- und Weltmacht Ende des 19. Jahrhunderts.

In der „Victorian Era“ blühten Handel und Industrie, ebenso wie Künste und Literatur auf. 

Der Stil der „Victorian Era“ beschreibt den englischen Schmuck als heiter, einfallsreich und typisch britisch.

Queen Victoria war sehr gefühlsbetont, weshalb sich der viktorianische Schmuck aus Großbritannien, neben der stets hochwertigen Verarbeitung von Manufakturwaren, auch sehr häufig an romantische und sehr dekorative ornamentierte Formgebungen und Motive auszeichnet.

Ihre Märchenromanze und eine prächtige königliche Hochzeit im Jahre 1840 mit Prinz Albert war für die englische Schmuckerzeugung besonders fördernd. 

Die eignen Entwürfe der Goldschmiede gewinnen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weiter an Eigenständigkeit.

Wunderschöne Gravuren schmücken Medaillons und Armbänder, oft auch in Herzformen. Für Emaille entwickelte sich eine große Vorliebe, so wurden zahlreiche Broschen, Colliers, und Ringe in Blüten- und Blattformen damit überzogen. 

Ab 1876 trug Queen Victoria zusätzlich den Titel „Kaiserin von Indien“. Ab diesem Zeitpunkt waren für das Britische Empire Tür und Tor geöffnet über die Handelswege kostbare Edelsteine des indischen Subkontinents nach England zu schaffen.

Saphire, Smaragde, Rubine, Türkise und auch große Diamanten kamen über den Seeweg nach England. Auf der Insel angekommen wurden die kostbaren Edelsteine von den Goldschmieden in London und anderen Großstädten Englands begierig zu wunderbaren Schmuckstücken weiter verarbeitet.

Zuletzt bleibt sattes Gelbgold in England länger als auf dem europäischen Festland in Gebrauch.

Zur Jahrhundertwende sind die Entwürfe der Jugendstilformen sehr beliebt. 

Delikate Edelsteine und Perlen in strahlendem Gelbgold werden noch lange nach 1900 gefertigt.

Um 1880 entstand ausschließlich in Großbritannien eine neuer Trend:

 „Novelty Jewellery“. Broschen mit erheiternden Tiermotiven, wie Bienen, Fliegen, Schmetterlinge, Schwalben, Eulen oder auch Automotive und Sportmotive wie Golfschläger etc. wurden als Schmuckstücke gefertigt und stoßen auf große Begeisterung in Großbritannien. 

Damals wie heute erfreut sich der Viktorianische Schmuck, der ein ganzes Zeitalter geprägt hat, sehr großer Beliebtheit.

 

Jugendstil / Art Nouveau 1890-1910

Als Jugendstil bezeichnet man im deutschen Sprachgebrauch eine künstlerische Erneuerungsbewegung, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm und bis ca. 1910 stilbildenden Einfluss auf alle Bereiche des Kunstlebens hatte.

Anstatt Vorbilder in der Vergangenheit zu suchen, unternahmen Künstler in ganz Europa einen Neuanfang und kreierten noch nie dagewesene Formen mit Anliegen aus dem Reich der Natur und Geometrie.

Die Kunst des Jugendstils zeichnet vor allem hohe handwerkliche Qualität und Sinnlichkeit aus.

Das charakteristische Element des Art Nouveau bzw. der „neuen Kunst“, die um 1890 entstand, ist die Betonung des Ornamentalen, der starken Stilisierung bei rhythmischer Übersteigerung der Formen, sowie die Dominanz der Linie. Das rankende geheimnisvolle Pflanzenornament ist der neuen Kunst die wichtigste Dekoration.

Bekannte Künstler waren unter anderem René Lalique, Alfons Mucha, Gustav Klimt, Theodor Fahrner.

Im Figürlichen sind Ausdruck von Stil und Zeit die langgestreckten, in fließende Gewänder gehüllten Frauengestalten, Tänzerinnen oder stehend Gehende, daneben Tiere von extremer Eleganz, wie Schwäne oder Kraniche. Überwiegend in Silber und Gelbgold gefertigt spielte oft farbenfrohes Email eine wichtige Rolle, beispielsweise um die Flügel von Libellen auszuschmücken oder reiche Blüten auszukleiden.

Nach einer Münchner Zeitschrift namens „Jugend“ erhielt der Stil in Deutschland den Namen Jugendstil.

Der Jugendstil blieb stets ein Luxus für eine kleine Käuferschicht, gefertigt von wenigen Künstlern.

Doch schon bald nach der Jahrhundertwende um 1900 leiten die Formen zur klassischen Moderne über- dem ART DÈCO.

 

Art Deco 1915-1935

Kühle Eleganz und größter Luxus bestimmten die Schmuckwelt in den Jahren der Goldenen Zwanzigern in den Weltzentren.

Von der Geschwindigkeit der neuen Automobile berauscht, von den Perlen des Champagner beglückt und noch schwindelig vom Blick auf die neuen Wolkenkratzer, entstand eine ganz eigene moderne Formensprache in hellen glänzendem Metall und mit reichlich funklenden Edelsteinen besetzt.

In New York ,London oder Paris belieferten die großen Juweliersfirmen wie Tiffany & Co oder Mapping & Webb internationales Klientel aus dem Wirtschafts- Adel- und Filmleben.

Doch nicht nur die großen Firmen, auch kleine Selbstständige Gold- und Silberschmiede , die ihr Handwerk beherrschten, entwarfen Stücke von zuvor nie gesehener  Perfektion und Freiheit.

Das Art Deco löste nach dem Ersten Weltkrieg den Jugendstil ab.                        Die dekorative Kunst beeinflusst in erster Linie das Design von Gebrauchsgegenständen. Elegante klare Linien und ein oft geometrisches

Dekor prägen Autos, mondäne Damenmode und auch die Architektur.

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist die Phase der großen Depression und des aufziehenden Faschismus.

Die zwiespältige Epoche ist einerseits geprägt von Not und Existenzangst, andererseits von wilden Partys, mit denen sich die Oberschicht vom drohenden Unheil abzulenken wusste. 

Der Zweite Weltkrieg hat die Epoche des Art Déco unterbrochen und beendet. Am Ende des zweiten Weltkriegs gab es noch stilistische Auswirken des Art Déco selbst in den Anfang bis in die 1950er Jahre hinein. 

Durch die zeitliche Begrenzung brachte die Epoche

des Art Déco vergleichsweise nur wenig künstlerische Gegenstände hervor, die 

hauptsächlich in den großen Metropolen der Zeit entstanden sind, weshalb es sich hierbei um besondere Raritäten handelt.

Beim Stil des Art Déco handelt es sich um eine Entwicklung inmitten des generellen  Aufbruchs der klassischem Moderne, bei der die gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien, Stärke der Farben und Sinnlichkeit des Themas im Vordergrund stand.

 

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Biedermeier 1815- 1848

Die Epoche des Biedermeier entdeckte nach der kühlen Strenge des Klassizsimus die Natur. 

Gegensätzliche, freie Formen beleben die Entwürfe der Zeit und eine weite Verbreitung erreichten vor allem  der Freundschafts- und Andenkenschmuck.

Nach dem napoleonischen Krieg 1815 waren Edelmetalle knapp, daher wurden mit großer Kunstfertigkeit auch Materialien wie Tombak, Horn, Haar oder Koralle eingesetzt.

Die Goldschmiede entwickelten Schmuckstücke mit sogenanntem Schaumgold. Beim Schaumgold konnten Goldschmiede Material sparen, indem Sie Broschen, Colliers und Armreife aus dünnem Goldblech trieben und anschließend mit Gips oder Harz füllten, um den Stücken die nötige Stabilität und Gewicht zu geben. 

In die Kulturgeschichte ist die Zeit des Biedermeiers zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der bürgerlichen Revolution 1848 einzuordnen.

Als Gegenbewegung zum Sieg über Napoleon war in den selbstständigen Ländern ein neues Interesse an der eigenen Geschichte und den heimischen Traditionen entstanden. Auch im Schmuck lässt sich dies beobachten.

Der strenge vorherrschende Klassizismus lockert sich und die heimische Natur,  wie Eichenlaub oder Rosen wird in die Gestaltung mit einbezogen und nachgebildet. 

Ebenfalls Materialien aus der Heimat werden bevorzugt  eingesetzt, wie beispielweise Böhmischer Granat als bevorzugter Stein des Bürgertums  in Österreich und anderen deutschsprachigen Ländern.

Auch in Italien erfreut sich der Korallenschmuck nie zuvor dagewesener Beliebtheit. In Großbritannien lässt sich beispielsweise eine Mode mit Türkissteinen aus den eigenen Kolonien erkennen.

Man zieht sich zurück in die private Sphäre, die unmittelbare Umgebung steht im Mittelpunkt des Biedermeiers.

 

Historismus 1840-1890

In den Jahren vor 1850 gab es einen dominierenden Stil im Kunstgewerbe, dessen Gestaltung und Formen sich nur langsam wandelten.

In den danach folgenden Jahren bis hin zur Jahrhundertwende um 1900 häufte sich der Wechsel der Moden schlagartig.

Um neue Entwürfe zu liefern, wurde jede frühere Epoche der Kunstgeschichte als Vorbild herangezogen.

Somit entstanden neue Kunstwerke mit Stilelementen von der Antike bis hin zum Rokoko.

Einen nie zuvor gesehen Wandel erlebten die Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Wirtschaft und Wissenschaft beschleunigte sich enorm schnell durch neue Entdeckungen, Verkehrs- und Kommunikationsmittel und erschütterten die gewohnten Gewissheiten über den Lauf der Welt.

Der Blick zurück in die vergangenen Jahre bedeutete Sicherheit. Zusätzlich erhöhten die Industrialisierung, die Eisenbahn und der Telegraf die Geschwindigkeit.

Bereits in der Epoche des Biedemeier waren erste Schmuckstücke in etwaige mittelalterlichen Formen entstanden, begleitet von der Wiederentdeckung der Gotik.

Als Ausdruck eines an den italienischen Stadtrepubliken orientierten Bürgerstolzes folgten Juwelen in Formen der Neorenaissance.

Zur Folge löste  dies eine Massenproduktion von Renaissanceformen  aus.

In Italien schufen Goldschmiede Schmuckstücke mit neu-etruskischen Formen, beispielsweise bei antiken Gemmen oder Ohrringen.  

Auch Schmuck mit Barock- und Rokoko Elementen führten schnell zum Verkaufserfolg. 

Sie ließen die höfische Pracht des zurückliegenden 18. Jahrhunderts erneut aufleben.

Zum Ende des Jahrhunderts folgte zuletzt auch Schmuck in den Formen des Barock und des Rokoko, welche die höfische Pracht des zurückliegenden 18. Jahrhunderts wiederaufleben ließen. 

Der Historismus bietet eine reichliche Vielfalt an Formen und Details und ist die wohl geschichtsbegeisterte Epoche zwischen Tradition und Moderne.

 

Viktorianisches Zeitalter 1837-1901

Der Viktorianische Stil ist die zusammenfassende Bezeichnung für die historisierenden Stiltendenzen während der Regierungszeit der englischen Königin Victoria von 1837-1901 und ist vergleichbar mit dem deutschen Historismus bzw. dem Gründerstil.

Königin Viktoria von England- Namensgeberin der Stilrichtung, regierte über 60 Jahre das Land und prägte maßgeblich eine ganze Epoche.

In dieser Zeit fällt auch der wirtschaftlicher Aufstieg Großbritanniens zur führenden Wirtschafts- und Weltmacht Ende des 19. Jahrhunderts.

In der „Victorian Era“ blühten Handel und Industrie, ebenso wie Künste und Literatur auf. 

Der Stil der „Victorian Era“ beschreibt den englischen Schmuck als heiter, einfallsreich und typisch britisch.

Queen Victoria war sehr gefühlsbetont, weshalb sich der viktorianische Schmuck aus Großbritannien, neben der stets hochwertigen Verarbeitung von Manufakturwaren, auch sehr häufig an romantische und sehr dekorative ornamentierte Formgebungen und Motive auszeichnet.

Ihre Märchenromanze und eine prächtige königliche Hochzeit im Jahre 1840 mit Prinz Albert war für die englische Schmuckerzeugung besonders fördernd. 

Die eignen Entwürfe der Goldschmiede gewinnen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weiter an Eigenständigkeit.

Wunderschöne Gravuren schmücken Medaillons und Armbänder, oft auch in Herzformen. Für Emaille entwickelte sich eine große Vorliebe, so wurden zahlreiche Broschen, Colliers, und Ringe in Blüten- und Blattformen damit überzogen. 

Ab 1876 trug Queen Victoria zusätzlich den Titel „Kaiserin von Indien“. Ab diesem Zeitpunkt waren für das Britische Empire Tür und Tor geöffnet über die Handelswege kostbare Edelsteine des indischen Subkontinents nach England zu schaffen.

Saphire, Smaragde, Rubine, Türkise und auch große Diamanten kamen über den Seeweg nach England. Auf der Insel angekommen wurden die kostbaren Edelsteine von den Goldschmieden in London und anderen Großstädten Englands begierig zu wunderbaren Schmuckstücken weiter verarbeitet.

Zuletzt bleibt sattes Gelbgold in England länger als auf dem europäischen Festland in Gebrauch.

Zur Jahrhundertwende sind die Entwürfe der Jugendstilformen sehr beliebt. 

Delikate Edelsteine und Perlen in strahlendem Gelbgold werden noch lange nach 1900 gefertigt.

Um 1880 entstand ausschließlich in Großbritannien eine neuer Trend:

 „Novelty Jewellery“. Broschen mit erheiternden Tiermotiven, wie Bienen, Fliegen, Schmetterlinge, Schwalben, Eulen oder auch Automotive und Sportmotive wie Golfschläger etc. wurden als Schmuckstücke gefertigt und stoßen auf große Begeisterung in Großbritannien. 

Damals wie heute erfreut sich der Viktorianische Schmuck, der ein ganzes Zeitalter geprägt hat, sehr großer Beliebtheit.

 

Jugendstil / Art Nouveau 1890-1910

Als Jugendstil bezeichnet man im deutschen Sprachgebrauch eine künstlerische Erneuerungsbewegung, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm und bis ca. 1910 stilbildenden Einfluss auf alle Bereiche des Kunstlebens hatte.

Anstatt Vorbilder in der Vergangenheit zu suchen, unternahmen Künstler in ganz Europa einen Neuanfang und kreierten noch nie dagewesene Formen mit Anliegen aus dem Reich der Natur und Geometrie.

Die Kunst des Jugendstils zeichnet vor allem hohe handwerkliche Qualität und Sinnlichkeit aus.

Das charakteristische Element des Art Nouveau bzw. der „neuen Kunst“, die um 1890 entstand, ist die Betonung des Ornamentalen, der starken Stilisierung bei rhythmischer Übersteigerung der Formen, sowie die Dominanz der Linie. Das rankende geheimnisvolle Pflanzenornament ist der neuen Kunst die wichtigste Dekoration.

Bekannte Künstler waren unter anderem René Lalique, Alfons Mucha, Gustav Klimt, Theodor Fahrner.

Im Figürlichen sind Ausdruck von Stil und Zeit die langgestreckten, in fließende Gewänder gehüllten Frauengestalten, Tänzerinnen oder stehend Gehende, daneben Tiere von extremer Eleganz, wie Schwäne oder Kraniche. Überwiegend in Silber und Gelbgold gefertigt spielte oft farbenfrohes Email eine wichtige Rolle, beispielsweise um die Flügel von Libellen auszuschmücken oder reiche Blüten auszukleiden.

Nach einer Münchner Zeitschrift namens „Jugend“ erhielt der Stil in Deutschland den Namen Jugendstil.

Der Jugendstil blieb stets ein Luxus für eine kleine Käuferschicht, gefertigt von wenigen Künstlern.

Doch schon bald nach der Jahrhundertwende um 1900 leiten die Formen zur klassischen Moderne über- dem ART DÈCO.

 

Art Deco 1915-1935

Kühle Eleganz und größter Luxus bestimmten die Schmuckwelt in den Jahren der Goldenen Zwanzigern in den Weltzentren.

Von der Geschwindigkeit der neuen Automobile berauscht, von den Perlen des Champagner beglückt und noch schwindelig vom Blick auf die neuen Wolkenkratzer, entstand eine ganz eigene moderne Formensprache in hellen glänzendem Metall und mit reichlich funklenden Edelsteinen besetzt.

In New York ,London oder Paris belieferten die großen Juweliersfirmen wie Tiffany & Co oder Mapping & Webb internationales Klientel aus dem Wirtschafts- Adel- und Filmleben.

Doch nicht nur die großen Firmen, auch kleine Selbstständige Gold- und Silberschmiede , die ihr Handwerk beherrschten, entwarfen Stücke von zuvor nie gesehener  Perfektion und Freiheit.

Das Art Deco löste nach dem Ersten Weltkrieg den Jugendstil ab.                        Die dekorative Kunst beeinflusst in erster Linie das Design von Gebrauchsgegenständen. Elegante klare Linien und ein oft geometrisches

Dekor prägen Autos, mondäne Damenmode und auch die Architektur.

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ist die Phase der großen Depression und des aufziehenden Faschismus.

Die zwiespältige Epoche ist einerseits geprägt von Not und Existenzangst, andererseits von wilden Partys, mit denen sich die Oberschicht vom drohenden Unheil abzulenken wusste. 

Der Zweite Weltkrieg hat die Epoche des Art Déco unterbrochen und beendet. Am Ende des zweiten Weltkriegs gab es noch stilistische Auswirken des Art Déco selbst in den Anfang bis in die 1950er Jahre hinein. 

Durch die zeitliche Begrenzung brachte die Epoche

des Art Déco vergleichsweise nur wenig künstlerische Gegenstände hervor, die 

hauptsächlich in den großen Metropolen der Zeit entstanden sind, weshalb es sich hierbei um besondere Raritäten handelt.

Beim Stil des Art Déco handelt es sich um eine Entwicklung inmitten des generellen  Aufbruchs der klassischem Moderne, bei der die gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien, Stärke der Farben und Sinnlichkeit des Themas im Vordergrund stand.

 

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